Standardisierung der p-RFA für die Archäometrie
Die portable Röntgenfluoreszenzanalyse (p-RFA) ist eine zerstörungsfreie Methode, deren Anwendung auf archäologische Keramik jedoch lange kritisch betrachtet wurde. Ursächlich sind z.B. die Übertragung moderner Messpraktiken auf heterogene, archäologische Materialien sowie unzureichende Berücksichtigung von Matrixeffekten, Probenfeuchtigkeit oder Korngrößen.
Im Zentrum dieses vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderten ESPRIT-Projekts steht die Frage, wie sich sowohl äußere Bedingungen als auch materialbezogene Faktoren auf die Messergebnisse auswirken. Dazu werden umfangreiche Gerätestudien durchgeführt sowie experimentell getestet, welchen Einfluss Eigenschaften des Materials haben auf die Messergebnisse haben, etwa unterschiedliche Trocknungsgrade, variierende Korngrößen oder unregelmäßige Oberflächen. Um zu prüfen, ob bestimmte Effekte gerätespezifisch sind oder allgemeine Trends darstellen, kommen mindestens zwei verschiedene Analysergeräte – ein Niton XL3t und ein Bruker Tracer 5G – zum Einsatz.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist auch die Untersuchung des Zusammenspiels der p-RFA mit anderen archäometrischen Methoden, beispielsweise der Petrographie oder der Analyse organischer Rückstände. Durch diese Kombination sollen Arbeitsabläufe entwickelt werden, die eine möglichst vollständige und präzise Charakterisierung archäologischer Keramik ermöglichen. Ergänzend dazu werden statistische Protokolle zur Datenverarbeitung erarbeitet, die anschließend in Form von R-Skripten zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist es, klare, reproduzierbare Standards für Datenaufbereitung, Auswertung und Publikation zu schaffen. Zur Untersuchung der Keramikchemie wird vorrangig das portable Röntgenfluoreszenzgerät des Vienna Institut for Archaeological Science (VIAS) der Universität Wien eingesetzt, die Messungen werden am VIAS und dem Naturhistorischen Museum Wien durchgeführt; die Mineralogie der Keramik durch das Geologische Labor der Ludwig-Maximilians-Universität München unter Leitung von Dr. Donjá Aßbichler dokumentiert.
Weiterführende Links:
https://www.fwf.ac.at/forschungsradar/10.55776/ESP476
https://vias.univie.ac.at/projekte/standardising-portable-x-ray-fluorescence-for-archaeometry
https://www.geologie.geowissenschaften.uni-muenchen.de/labore-und-infrastruktur/geochronological-laboratory/index.html
Autorinnen: Michaela Schauer & Tabea Truntschnig