Kleinfunde aus den Gewölbezwickelfüllungen in der Hofkirche von Innsbruck, Tirol

Im Jahre 2001 wurden unter der Leitung des Autors von Thomas Reitmaier und Florian Müller in der Hofkirche von Innsbruck im Zuge von Vermessungsarbeiten zum Dachstuhl mehrere Gewölbezwickel archäologisch untersucht. Diese bilden neben Blindböden und Rüstlöchern in profanen und sakralen Gebäuden ein großes Potential für die Mittelalter- und Neuzeitarchäologie bzw. der sogenannten „Archäologie oberhalb der Grasnarbe“. Dies ist vor allem den erstklassigen Erhaltungsmöglichkeiten der Artefakte, vor allem aus organischem Material geschuldet, wie an den Beispielen von Schloss Tirol, Südtirol- Italien und Schloss Lengberg, Nikolsdorf-Osttirol eindrucksvoll gezeigt werden konnte.

Durch eine Finanzierung der Kulturabteilung der Stadt Innsbruck konnten in den Jahren 2021 und 2022 die damals entdeckten Kleinfunde sowohl restauriert als auch publikationsfertig dokumentiert werden.

Neben Fragmenten von Zeitungen, Landesschützenvorschriften, einem anonymen, handgeschriebenen Brief an einen Freund in dem von Leistungen in einer Schule berichtet wird, wurde auch ein grün glasierter Henkelkrug des 17. Jhs. und ein Glasflaschenbodenfragment mit schwarzen und roten Farbresten des 19. Jhs., ein roh geformter, pyramidenförmiger Kerzenhalter aus Keramik sowie verschiedene Eisenteile unbekannter Funktion geborgen.

Das gesamte Fundmaterial soll im Rahmen einer Bachelorarbeit des Fachbereiches Mittelalter- und Neuzeitarchäologie des Institutes für Archäologien der Universität Innsbruck bearbeitet werden.

Autor: Harald Stadler